Welche Handelsarten gibt es bei Binären Optionen?

Für Binäre Optionen gibt es drei grundsätzliche Handelsarten: Call/Put-Optionen, Touch/No-Touch-Optionen und Range-Optionen (inside und outside). Diese Handelsarten werden in ihrer Sortierung von den Brokern oft anders aufgestellt, beispielsweise erscheint als augenscheinlich vierte Handelsart die 60-Sekunden-Option, die jedoch nur ein Spezialfall der Call/Put-Optionen ist. Auch sämtliche Zusatzfeatures wie Early Closure, Rollover, Double Up, Option Builder oder Ladder sind in dem Sinne keine Handelsarten, sondern Ergänzungen des Handels.

Die Gewinne auf die einzelnen Handelsarten

werden von den Brokern unterschiedlich strukturiert. Auf Call/Put-Optionen auch in ihrer Variante als ultrakurzfristige Option zwischen 30 bis 120 Sekunden und auf Range-Optionen in all ihren Ausprägungen werden brokerabhängig zwischen rund 75 bis 90 Prozent Gewinn ausgeschüttet, eine Verlusterstattung kann 10 bis 15 betragen. Nicht jeder Broker erstattet einen Teil des Einsatzes im Verlustfall, oft entsteht Totalverlust. Auch können sich die Gewinne beim Einsatz von Zusatzfeatures (siehe weiter unten) verringern. Bei den Touch-Optionen schütten die Broker sogenannte High Yields aus. Das sind Superprofite zwischen rund 120 bis 700 Prozent. Die Höhe solcher Gewinne hängt von zwei Faktoren ab: 

  • dem Broker und seiner Geschäftspolitik
  • der Schwierigkeit der Option

Trader werden von einer Werbung mit 500 % oder gar 700 % Gewinn natürlich enorm angelockt, jedoch sollten sie wissen, dass es sich hierbei um schwierige Spekulationen handelt, der Ausgang sehr ungewiss ist. Sonst gäbe es diese Gewinne nicht. Wie vorn schon angedeutet gibt es durch den Einsatz von Zusatzoptionen flexiblere Gewinnausschüttungen:  

  • Beim Early Closure schließt der Trader eine Option vor dem vorgesehenen Zeitablauf und verzichtet dabei auf einen Teil seines Gewinns, dafür sichert er den entstandenen Gewinn. Dieser könnte zum Beispiel statt 80 % zum Ende der Laufzeit nur noch 40 % betragen, dafür ist er sicher.
  • Beim Rollover passiert mit dem Gewinn nichts. Der Trader verlängert die Laufzeit, um einer Option eine Gewinnchance zu geben, die sonst zum Ende ihrer Laufzeit wahrscheinlich verliert.
  • Beim Double Up oder der Ladder (Leiter) stockt der Trader im Gewinn liegende Positionen auf. Er kann dabei seinen Gewinn natürlich vergrößern, muss aber hierfür mehr einsetzen, also ändert sich relational ebenfalls nichts am Gewinn.
  • Bei der Konstruktion eines Option Builders kann es sich der Trader leichter machen, eine Binäre Option mit höheren Gewinnchancen versehen und dabei einen niedrigeren Gewinn in Kauf nehmen.

Es folgt nun die Erläuterung der grundlegenden Handelsarten.

Call- und Put-Optionen

Mit diesen Optionen setzt der Trader auf das Steigen oder Fallen des Basiswert-Kurses - ein Call gewinnt auf steigende und ein Put auf fallende Kurse. Vielfach werden diese Optionen als "einfache" oder "klassische" Binäre Optionen bezeichnet. Die Entscheidung erscheint auch simpel, das Schönste an ihr ist, dass eine geringe Tendenz in die richtige Richtung den Gewinn zwischen ~75 - 90 % generiert. Die Laufzeiten können wie erwähnt zwischen 30 Sekunden bis zu Minuten, Stunden, Tagen, Wochen und Monaten gewählt werden, manche Broker bieten gar ein Jahr Laufzeit an. Der ultrakurze Bereich von 30, 60 oder 120 Sekunden wird von den Brokern fast immer gesondert ausgewiesen. Viele Trader buchen Call/Put-Optionen mit relativ kurzer Laufzeit zwischen 15 Minuten bis maximal zwei Stunden, weil sie sich in diesem Zeitfenster am ehesten eine Einschätzung der kommenden Kursrichtung zutrauen.

Touch-Optionen

Mit diesem Oberbegriff sind mehrere Varianten gemeint, die aber nicht jeder Broker im Programm hat: 

  • One-Touch-Optionen gewinnen, wenn der Kurs des Basiswertes eine bestimmte Preisgrenze (über oder unter dem Ausgangspunkt) einmal berührt. Der Kurs kann danach drehen oder diese Preisgrenze durchschlagen und sich weiterbewegen, der Trader hätte in beiden Fällen gewonnen. One-Touch-Optionen gelten als Standard unter den Touch-Optionen und werden am häufigsten angeboten.
  • Bei Double-Touch-Optionen muss dieses Ereignis zweimal stattfinden.
  • Bei No-Touch-Optionen darf die entsprechende Preisgrenze nicht berührt werden. Der Unterschied zu einer Range-Option besteht darin, dass Letztere in einer definierten Range enden muss.

Touch-Optionen werden mit High Yields belohnt, wenn sie aufgehen, sind aber in Wahrheit extrem schwierig im Ausgang zu prognostizieren. Trader sollten sie bestenfalls mit kleinem Kapital beimischen.

Range- oder Boundary-Optionen

Beide Begriffe sind üblich, sowohl Range als auch Boundary (Grenze). Der Kurs muss in einer definierten Range (inside) oder außerhalb von dieser (outside) enden. Die letztgenannte Variante ist nur selten anzutreffen, beide Handlungsarten werden im Gewinnfall mit den üblichen 75 - 90 % Gewinn belohnt. Range- und Touch-Optionen lassen manche Trader auf eine bestimmte Idee kommen: Könnte man nicht in einer bestimmten Handelssituation beides gleichzeitig buchen und sich damit hedgen? Entweder verharrt der Kurs in der Range, der Trader erhält beispielsweise 80 % Gewinn und verliert den (kleineren) Einsatz einer Touch-Option, sodass Gewinn übrig bleibt. Oder die Touch-Option gewinnt, weil, der Kurs ausbricht, der Trader erhält einen High Yield Gewinn von vielleicht 300 %, der über dem Einsatz der Range-Option liegt. Das ist ein pfiffiger Gedanke, der aufgehen kann, aber nicht muss: Der Broker wird als Grenze für die Touch-Option einen Punkt festlegen, der weit außerhalb der Range liegt.

Allgemeiner Risikohinweis: Der Handel mit binären Optionen, Forex und CFDs ist höchst spekulativ und kann zum Verlust des Gesamtkapitals führen. Investieren Sie nur die Summe, deren Verlust Sie verschmerzen können.